Ayurveda: Auf den Typ kommt es an

Ayurveda ist - vereinfacht gesagt - die altindische Lehre vom physischen und psychischen gesunden Leben.
Ihr Kernstück ist die Unterscheidung von drei menschlichen Grundkonstitutionstypen (Doshas):
  • Vata (Lufttyp)
  • Pita (Feuertyp)
  • und Kapha (Erdtyp)
Auf die jeweilige Konstitution sollte gemäß dieser Lehre der tägliche Lebensablauf, also Nahrung, Schlafgewohnheiten und Bewegung abgestimmt werden.
Gute Ernährung und Verdauung ist für die Ayurveden die wichtigste Grundlage für Gesundheit - falsche Ernährung und schlechte Verdauung demgemäß die Hauptursache für Krankheit.

Alles zum rechten Zeitpunkt in der richtigen Art
Eine gesunde Ernährung zeichnet sich im Ayurveda durch viele verschiedene Parameter aus, wie zum Beispiel durch die richtige Zubereitung der Nahrung, die richtige Kombination von Nahrungsmitteln, die richtige Menge, die rechte Zeit und den rechten Ort sowie die richtige Stimmung bei der Nahrungsaufnahme und die richtige Haltung der Person, die das Essen zubereitet.
Die Nahrung sollte der Jahreszeit angepasst sein, dem Klima, dem Alter des Speisenden, dem Geschlecht, und dem Gesundheitszustand. Außerdem sollte sie geistiger oder körperlicher Arbeit Rechnung tragen und die individuelle Konstitution des Speisenden berücksichtigen.

Außerdem ist Geschmack sehr wichtig. Alle Nahrungsmittel werden in sechs Geschmacksrichtungen, die sogenannten Rasas, eingeteilt: süß, sauer, salzig, scharf, bitter, herb (adstringierend). In bestimmten Zusammenstellungen wirken diese Geschmacksrichtungen entweder ausgleichend oder verschärfend auf den jeweiligen Konstitutionstyp. Es ist also immer eine Vielzahl von Einflussfaktoren zu beachten.

Als süße Nahrungsmittel gelten - teilweise abweichend von dem westlichen Verständnis - Zucker, Milch, Butter, Reis, Brot und Teigwaren. Saure Nahrungsmittel sind Zitronen und Grapefruits, Joghurt und alter Käse. Salzig und scharf decken sich mit der westlichen Vorstellung. Als bitter gelten zum Beispiel Spinat und andere grüne Blattgemüse. Unter den Begriff herb fallen Hülsenfrüchte.

Idealerweise sollte jede Mahlzeit jede dieser Geschmacksrichtungen enthalten. Und: Jede der Richtungen sollte in angemessener Stärke zumindest einmal am Tag in der Nahrung vorkommen. Sonst wird der Mensch nach der Vorstellung des Ayurveda nicht richtig gesättigt und es entstehen Gelüste, die man durch einseitige Überernährung kompensieren will.

Außer den sechs Geschmacksrichtungen gibt es noch zwanzig ayurvedische Qualitäten, von denen sechs besonders wichtig sind: Nahrungsmittel können schwer oder leicht, ölig oder trocken, kalt oder warm sein.
Eigentlich sollte man sich nach der Lehre des Ayurveda bei der Auswahl der Nahrungsmittel auf den natürlichen Instinkt verlassen können. Dieser sei jedoch durch die Zivilisationskost häufig degeneriert und müsse erst wieder entwickelt werden. Ayurvedische Ernährungsexperten empfehlen eine dem jeweiligen Dosha angepasste Übergangsdiät, bis man wieder nach dem Motto "Gesund ist, was schmeckt" essen kann.

Die Leichtigkeit als Signal
Eine gesunde Ernährung und ein gut funktionierendes "Agni" (Verdauungsfeuer) erkennen die Ayurveden daran, dass ein bis zwei Stunden nach der Mahlzeit ein Gefühl der Leichtigkeit eintritt. Darüber hinaus sollte sich regelmäßiger Stuhlgang und Wasserlassen einstellen sowie ein normales Durstgefühl, geistige Klarheit und Heiterkeit.

Zu den Grundregeln der ayurvedischen Ernährung gehört, dass die schwerste Mahlzeit um die Mittagszeit gegessen werden soll, weil dann das Agni am stärksten ist. Im Gegensatz zu westlichen Ernährungslehren hält Ayurveda nicht viel vom großen Frühstück. Bei Krankheit, geistigem und emotionalem Stress wird eine generelle Zurückhaltung beim Essen empfohlen.

Aus westlicher Sicht ist auffällig, dass die ayurvedische Ernährungspraxis in vielen Punkten mit der Vollwerkost konform geht. So stehen Vollkornprodukte im Vordergrund, konservierte Lebensmittel und Fertiggerichte werden gemieden. Bei einer vorwiegend lacto-vegetabilen Ausrichtung werden Fleisch, Fisch und Eier nur in Maßen verzehrt. Daneben ernähren sich viele Anhänger des Ayurveda rein vegetarisch, wobei Milchprodukten wie Butter, Butterfett (Ghee) und Joghurt eine besondere Bedeutung zukommt.

Kritisch anzumerken bleibt jedoch aus Sicht der Vollwertköstler, dass Rohkost im Ayurveda lediglich eine untergeordnete Rolle spielt. Die meisten Speisen werden gekocht, weil man von einer besseren Verdaulichkeit warmer Mahlzeiten ausgeht. Und was die philosophischen Grundlagen betrifft, so muss man einräumen, dass die Lehre von den Konstitutionstypen für den westlichen Menschen nur schwer verständlich ist.

Quelle: http://www.naturkost.de/basics/formen/ayurveda.htm

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